Du hast ein normales Android-Handy – Samsung, Xiaomi, Pixel & Co. – und willst (oder kannst) nicht zu GrapheneOS wechseln? Verständlich. Mit den richtigen Einstellungen holst du auch aus dem ab Werk gelieferten Android deutlich mehr Privatsphäre heraus. Hier die kompakte Checkliste zum Abhaken – sortiert nach Bereich.
Die größte Datenquelle ist nicht das Telefon, sondern dein Google-Konto. Hier lohnt der meiste Aufwand – und vieles davon gilt geräteübergreifend. Geh es in deinem Tempo durch.
Einstellungen → Google → Daten & Datenschutz (oder myactivity.google.com).Daten & Datenschutz → Personalisierte Werbung).Einstellungen → Konten).Jede App bekommt nur das, was sie wirklich braucht – mehr nicht. Android macht das heute zum Glück recht komfortabel.
Einstellungen → Sicherheit & Datenschutz → Datenschutz → Berechtigungsmanager. Kamera, Mikrofon, Standort, Kontakte & Co. pro App prüfen.Zwei schnelle Schalter mit großer Wirkung gegen App-übergreifendes Tracking.
Einstellungen → Sicherheit & Datenschutz → Datenschutz → Werbung → „Werbe-ID löschen". Danach bekommen Apps keine geräteweite Tracking-Kennung mehr.Einstellungen → Google → … → Nutzungs- & Diagnosedaten).Den Standort musst du nicht komplett opfern – meist reicht es, gezielt zu entscheiden.
Standort → Standortdienste) – verhindert Standortschätzung über Funknetze im Hintergrund.Verschlüsselter DNS ist der einfachste Hebel mit der größten Wirkung – er blockt Werbung und Tracker systemweit, in allen Apps.
Einstellungen → Netzwerk & Internet → Privates DNS → „Hostname" → dnsforge.de. Details & Varianten auf der Empfehlungen-Seite.Die Basis: ein gut gesichertes, aktuelles Gerät, das fremden Händen standhält.
Neben Google sammelt auch der Hersteller. Je nach Marke gibt es eigene Schalter – hier die wichtigsten.
Woher die Apps kommen, entscheidet mit über deine Privatsphäre.
Du kannst sensible oder „neugierige" Apps vom Rest abschotten – das stärkste Werkzeug auf Stock-Android.
Ein separat verschlüsselter, per PIN gesicherter Bereich innerhalb des Telefons. Die dort installierten Apps verschwinden aus App-Liste, „Letzte Apps", Benachrichtigungen und Einstellungen, sobald der Bereich gesperrt ist – die Existenz lässt sich sogar verbergen. Ideal für Banking, Gesundheit oder Google-lastige Apps.
Einstellungen → Sicherheit & Datenschutz → Privater Bereich (Geräte mit Android 15 und genug RAM).
Mit Apps wie Shelter oder Insular (über das Android-Arbeitsprofil) lassen sich Apps in einen getrennten Container sperren – inklusive eigenem Klon und „Einfrieren" bei Nichtbenutzung. Gut, um Google- oder Social-Apps einzuhegen.
Für Menschen mit besonderem Schutzbedarf bündelt Android die stärksten Funktionen an einer Stelle.
Ein geräteweiter Schalter, der mehrere Schutzfunktionen erzwingt: Always-on-Malware-Scan, Blockieren von Sideloading, Schutz vor unsicheren Netzen/Links, Diebstahlerkennung, Offline-Gerätesperre sowie verschlüsseltes „Intrusion Logging" (seit dem Android-Update Ende 2025 ausgerollt).
Einstellungen → Sicherheit & Datenschutz → Erweiterter Schutz → Geräteschutz aktivieren.
Googles kontobezogenes Hochsicherheitsprogramm: Anmeldung mit Passkey oder Hardware-Sicherheitsschlüssel (z. B. YubiKey) – ein physischer Schlüssel ist seit 2024 nicht mehr zwingend nötig; dazu strengere Phishing- und App-Prüfung. Sinnvoll für Journalist:innen, Aktivist:innen und exponierte Personen.
Stock-Android härten ist ein großer, sinnvoller Schritt – aber kein Ersatz für ein konsequent entgoogeltes, gehärtetes System.